Dienstag, 29. Januar 2013

Sexismus oder das fehlgeleitete Gehirn


Seit Tagen kochen sie hoch, unsere Emotionen. Initiiert durch die Beichte einer Stern-Journalistin, die den ehemaligen FDP-Chef Rainer Brüderle des sexuellen Übergriffs beschuldigt, treibt ganz Deutschland gerade wieder einmal eine Sau durch’s Dorf. Vor allem die Print-Medien im Netz stürzen sich wie eine Meute ausgehungerter Wölfe auf diese Sau die ihnen endlich wieder einmal ein bisschen Aufmerksamkeit schenkt und ihren nahen Tod in die Ferne rücken läßt. Ganz nebenbei macht man damit gleich noch einen politischen Gegner mundtot und sorgt so für eine effiziente Manipulation der „leichtgläubigen“ Wählerschaft. Auch wenn der Grund für diese Geschichte wohl ein ganz anderer ist, als Frauen vor den täglichen Sexismen zu schützen, sind wir euch dennoch sehr dankbar, liebe Stern-Redakteure.

Denn sind wir doch einmal ganz ehrlich, sexuelle Übergriffe der schlimmsten Art gibt es doch nicht erst seit Brüderele, sie sind tagtäglicher Bestandteil des Lebens vieler Frauen und Kinder. Werft doch einmal einen Blick zurück auf das Thema Kirche und Odenwald Schule. Auch dies waren sexuelle Übergriffe der perversesten Art auf Kinder und wer redet heute noch darüber. Wo, um alles in der Welt, sind die in der Hirnforschung so gepriesenen Spiegelneurone – wo ist unsere Empathie! Ich frage mich was in den Köpfen der Menschen vorgeht, die auch noch entschuldigen was ihren Kindern im Namen der Kirche angetan wurde. Eines zeigen solche Vorfälle, alles ist so gewollt wie es ist, anderenfalls würden entsprechende gesetzliche Interventionen solche Übergriffe hart bestrafen und sie damit rigoros abstellen.

Gut ist allerdings, dass der „Aufschrei“ gerade wieder einmal ungeheuer laut ist. Die Sau Sexismus ist aber schon immer ein riesiges Problem, viele haben bisher nur geschwiegen – aus Angst, aus Scham, aus Verzweiflung oder einfach weil sie aus verschiedenen Gründen glaubten, die Geschehnisse wären normal. Doch kann man uns – Männern wie Frauen – überhaupt einen Vorwurf machen? Schon kurz nach unserer Geburt werden wir entsprechend konditioniert, das fängt bei den ganz kleinen Dingen an und hört bei Diskriminierung am Arbeitsplatz auf. Dürfen wir den Männern, denen schon von frühester Kindheit an ein bestimmtes Frauenbild suggeriert wird, wirklich eine Schuld geben. Und wie steht es mit uns Frauen, auch wir sind fehlgeleitet, auch wir haben ein Bild von unserem Geschlecht im Kopf mit dem wir jetzt immer häufiger kollidieren. Wir spüren intuitiv zwar, dass es falsch ist, doch die Bilder im Kopf sagen uns etwas anderes. Diese Schizophrenie wird durch falsche Bilder ausgelöst, die wir von frühester Kindheit an in den Medien und sogar in unseren eigenen Familien sehen und erleben. Diese Bilder sind schwer zu löschen und noch schwerer als falsch zu entlarven.

Wir können uns also nicht wirklich einen Vorwurf machen, wenn wir glauben es sei richtig Männern gefallen zu wollen, wenn wir glauben nur die Attraktivsten von uns hätten eine Chance auf Anerkennung. Wir glauben all’ dies sei richtig, weil es uns jahrelang eingetrichtert wurde, weil wir es bereits mit der Muttermilch aufgesogen haben. Und selbst wenn wir bewusst reflektieren und diese fehlgeleiteten Bilder erkennen, eine Änderung unserer Verhaltensweisen – weg von den eingebrannten Mustern – ist ungemein schwer. Schwer auch deshalb, weil Viele um uns herum die Situation als richtig ansehen und den Betroffenen Überreaktion vorwerfen. Wir reagieren über, wenn wir uns gegen frauenfeindliche Sprüche wehren. Ich frage mich wie Männer reagieren würden, wenn Frauen plötzlich ähnliche Sprüche losließen. Stellt euch einmal vor, liebe Männern, eine Gruppe von Frauen würde ganz offen über die Größe eures Schwanzes spekulieren und sich dabei in eurer Anwesenheit krumm lachen – das Lachen würde euch wohl im Gesicht gefrieren. Nur weil uns die Gesellschaft entsprechend konditioniert hat, sind diese Muster in unseren Köpfen noch lange nicht richtig und schon gleich gar nicht von der Natur gewollt. Diese Muster sind von Grund auf falsch, aber sie werden sich niemals ändern, wenn wir sie nicht bewusst wahrnehmen, als falsch erkennen und ausradieren. Dass Männer dies tun werden, liebe Frauen, ist sehr unwahrscheinlich – schließlich haben sie keine Nachteile von diesen Mustern und viele sind sogar Profiteure unserer fehlgeleiteten Gehirne.

Als Mann macht das Leben Spaß, es ist alles möglich und alles erreichbar wofür Frauen sich strecken, krumm machen, verleugnen müssen. Also, hört endlich auf zu glauben, die Welt sei nun einmal so, Männer seien nun einmal so und daran könne man überhaupt nichts ändern. Glaubt auch nicht diesen Unikaten, die es über die unterschiedlichsten Wege in die Domänen der Männer geschafft haben – nur nicht über ihre Qualifikation. Dabei bräuchten diese Ignorantinnen nur einmal die Augen auf zu machen und eine der vielen validen Studien zum Thema Frauen und Qualifikation zu lesen. Qualifikation ist nicht der Schlüssel zum Erfolg – fragen sie die Hirnforschung – und aus diesem Grunde brauchen wir nichts dringender als eine Frauenquote für gut ausgebildete Frauen, ganz egal wie sie aussehen. 

Dass es davon nicht genügend gibt ist ein Ammenmärchen und ein noch größeres Märchen ist, dass Leistung sich schon seinen Weg bahnt. Doch auch Leistung ist relativ, während bei Männern schon eine mittelmäßig Leistung belohnt wird, müssen Frauen spitz formuliert schon fast zu den Nobelpreisträgerinnen zählen um ins mittlere Management aufzusteigen. Zum Leidwesen vieler Personaler fehlt vielen qualifizierten Frauen etwas zwischen den Beinen und dieser Mangel kann das Klima eines Teams enorm vergiften. Solange Männer mit falschen Frauenbildern in ihren Köpfen entscheiden und die wenigen dankbaren Ignorantinnen sie dabei auch noch unterstützen wird sich daran nichts ändern, liebe Frauen. Ministerinnen, die eine Herdprämie einführen um Frauen vom Arbeitsmarkt fernzuhalten sind nur die Spitze des Eisbergs.  

Was sollen diese Forschungen, die versuchen WEIBLICHE Attraktivität in Zahlen auszudrücken, um Frauen daran zu messen ob sie auch dem männlichen Standard entsprechen. Müssen wir uns in einem Vorstellungsgespräch bald die Proportionen unseres Gesichts vermessen lassen anstatt ein Diplom vorzuweisen. Hat man(n) uns wirklich ins Gehirn geschießen oder warum lassen wir uns für solche Studien benutzen, in denen Männer bewerten ob unsere Gesichter attraktiv sind oder doch eher abstoßend. Warum finde ich solche Studien fast ausschließlich für Frauengesichter und warum sind die Forscherteams überwiegend männlich. Geht euch ein Licht auf!

Richtig ist, freiwillig werden die Mächtigen, und das sind nun einmal überwiegen Männer, an der aktuellen Situation nichts ändern. Warum auch, schließlich ist nichts so erregend wie Macht und das Wissen, sich alles erlauben zu können ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Wir leben in einer von Männern dominierten Gesellschaft, liebe Frauen, und das wird auch so bleiben wenn wir uns weiterhin damit abfinden, dankbar ihre Almosen aufpicken und zum Chirurgen laufen wenn wir nicht ihren Zahlenexperimenten entsprechen. Nur ein Szenario kann diese Situation schnell ändern – eine Revolution gegen das herrschende Geschlechterbild. Glaubt man den Geschichten im Internet ist gefühlt jede Frau in unserem Lande mehr oder weniger von solchen Übergriffen durch das männliche Geschlecht betroffen.

Eines ist angesichts der Fülle an Beschwerden, Beichten und Offenbarungen klar, Sexismus, also sexuelle Übergriffe gegen uns Frauen und unsere Kinder, ist ein Thema, dem wir unsere Aufmerksamkeit schenken müssen. Komisch nur, dass Frauen nicht schon viel früher darauf gekommen sind, schließlich ist Gewalt gegen sie so alt wie die Menschheit selbst. Oder sollten wir Frauen eigentlich nicht froh sein – was sage ich – sollten wir nicht dankbar sein. Schließlich erlaubt uns die herrschende Klasse der Männer uns zu kleiden wie wir es möchten, auch ein Auto dürfen wir fahren obwohl wir zwei linke Hände haben und, man höre und staune, es wird uns sogar erlaubt zu wählen. Wenn das kein Fortschritt ist! Ein Blick in muslimische Länder zeigt, es geht auch anders, liebe Frauen. Warum also beschwert ihr euch über ein paar flotte Sprüche wie „Frauen sind zum Ficken da“ oder „Scheiße, wieder nichts zum Ficken dabei“, übrigens Originalzitate von Frauen auf der eigens dafür eingerichteten Webseite www.alltagssexismus.de. Werfen Sie einen Blick auf die Kommentare und ihnen wird schwindelig.

Ja, warum beschwert ihr euch denn, schließlich sind solche Sprüche doch nur Ausdruck der Männer, dass ihr begehrenswert seid. Und begehrt werden ist doch schließlich unser aller oberstes Ziel – oder? Zumindest redet man uns das von Kindesbeinen an immer wieder ein. Und Männer? Sind an ihren Äußerungen nicht vollkommen unschuldig, die Hirnforschung hat schließlich gezeigt, wir sind für unsere Taten eigentlich gar nicht verantwortlich. Außerdem sind Männer eben Sklaven ihres evolutionären Erbes. Die Evolution ist schuld, denn sie hat Männer zu harten Kerlen gemacht, die alles bekommen wenn sie nur laut genug schreien, Grimassen schneiden oder die Keule schwingen. Der Stärkere überlebt, das sagt uns schon die Evolution – oder etwa nicht? Das perfideste daran, die meisten dieser Männer sind sich ihrer Übergriffe gar nicht bewusst, das ist automatisiert weil gesellschaftlich voll akzeptiert. Auch wenn es Niemand laut sagt, Männer sind einfach die besseren Menschen, sie wissen dies ganz intuitiv und manchmal, aber nur manchmal lassen sie uns dies auch ein klein wenig spüren. Die Vorherrschaft der Männer ist ein ungeschriebenes Gesetz und gäbe es keine Gesetze, die das schwache Geschlecht vor härteren Straftaten schützen würden, dann würden viele Männer noch sehr viel mehr machen als nur ein paar „dumme“ Sprüche. Also, hört endlich auf euch zu beschweren, liebe Frauen, alles ist so wie es sein soll und von der Evolution gar nicht anders gewollt.

Hallo! Wo leben wir denn, leben wir noch auf Bäumen? Wenn ich mir das Verhalten vieler Männer so ansehe und vor allem anhöre, dann erwarte ich eigentlich, dass sie gleich zum Sprung auf den nächsten Baum ansetzen. Wir alle haben Triebe, das gehört zu unserer Grundausstattung und diese ist wo lokalisiert? Wer hat den Intellekt es zu erraten – genau, in unserem Reptiliengehirn, dem ältesten aller Hirnteile. Was sagt uns das – Jemand eine Idee? Exakt, das Reptiliengehirn ist primitiv und dient nur dem Überleben und der Fortpflanzung. Doch wir leben nicht mehr in der Steinzeit, Leute, heute überleben wir nicht indem wir dem Anderen eine Keule um die Ohren hauen und unsere Gene durch Zwang verbreiten. Heute ist Zivilisation und wir haben so etwas wie ein Großhirn – zumindest wir Frauen haben so ein Ding. Das Großhirn ist der Zensor der sich bei allen unseren Entscheidungen einschaltet und den manche Männer vielleicht einmal konsultieren sollten, bevor sie uns ihre gequirlte Scheiße vor die Füße kotzen.

Kann man von Lebewesen, die sich rühmen die Krönung der Schöpfung zu sein, nicht erwarten auch im zwischenmenschlichen Bereich ab und zu einmal ihr Großhirn einzuschalten? Ich weiß, nichts ist anstrengender als das Denken, aber manchmal macht es Sinn, die festen Muster im Kopf zu durchbrechen und ein klein wenig Zucker für das objektive Denken bereit zu stellen auch wenn dieser dann für die Keule fehlt. Manchmal ist es sinnvoll, seine Begierden für sich zu behalten und nicht andere Menschen für seine Zwecke zu missbrauchen – nur weil man glaubt es zu können! Doch dazu bedarf es mehr als eines Aufschreis, der so schnell wieder verschwunden sein wird wie er gekommen ist. Dazu bedarf es gesetzlicher Änderungen in Ausbildungsplänen von Erzieherinnen und Lehrplänen, andere Darstellungen in Kinderbüchern, die Abschaffung geschlechterspezifischer Spielsachen und zu guter Letzt – einem Umdenken in all unseren Köpfen, das schon im Kinderzimmer beginnt.

Wer sagt, das Mädchen rosa und Jungen blau sein müssen. Wem ist eingefallen, dass Mädchen mit Puppen und Jungs mit Autos spielen müssen. Wer kommt auf diese perfide Idee, Mädchen wären handwerklich nicht talentiert und sollten eher Kindererzieherin werden. Warum ist eine Familie ohne „Stammhalter“ nicht komplett. Liebe Leute, das war vielleicht einmal in der Steinzeit überlebenswichtig, aber heute ist es vollkommen irrelevant. Hinterfragen dieser alten Muster ist also der Schlüssel zum Umdenken. Dies alles sind gesellschaftspolitische Probleme, kein Gehirn – ob männlich oder weiblich – ist mit Vorgaben und Einschränkungen dieser Art behaftet. Doch für einen Teil der Gesellschaft – der leider überwiegend männlich und von Macht zerfressen ist – ist es einfach komfortabler, nützlicher und sehr viel einfacher. Unterdrückung und Abgrenzung – mit welchen Mitteln auch immer – war und ist leider noch immer ein wichtiger Teil in unserem Gehirn. Akzeptanz der Andersartigkeit und Toleranz gegenüber Andersartigkeit sind der Schlüssel zum Erfolg. Dies gilt übrigens auch interkulturell.

Wenn nicht freiwillig, dann eben mit Gewalt. Ein Blick in die Geschichte zeigt, positive Veränderungen benötigen eine Revolution, ohne eine solche passiert nichts, nur leere Versprechungen die zu nichts führen. Ohne uns Frauen gäbe es die Menschheit nicht und genau hier liegt unsere Macht verborgen. Wir Frauen können alles ändern, vorausgesetzt wir wollen es auch. Immer mehr Frauen entscheiden sich für Kinder ohne Männer und auch das Geschlecht können wir heute selbst bestimmen – wir müssen unsere Möglichkeiten nur nutzen. Frauen können von Männern aber auch einiges lernen, nämlich Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung, diese Fähigkeit wurde uns im Konkurrenzkampf um den Mann immer mehr aberzogen. Gegenseitige Unterstützung ist enorm wichtig, wenn wir erkennen, dass im Leben andere Dinge sehr viel wichtiger sind als dass ein Mann unsere Beine bewundert und unser Lachen süß findet, sind wir auf dem richtigen Weg. 


Machen wir uns endlich unabhängig von den Meinungsmachern in der Werbung oder wo auch immer, dann werden wir erkennen wie erfüllend das Leben sein kann. Werfen wir den Ballast dieses erdrückenden Schönheitswahns einfach ab und geben die wahren Werte an unsere Töchter weiter, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Sollen sich Männer ihre Puppen doch drucken, dann sind sie glücklich und wir sind es auch. Lieben wir uns selbst, dann sind wir nicht ständig auf der Suche nach der Liebe Anderer. Aber auch mit einer gehörigen Portion Frechheit können wir in den Kampf ziehen. Wie das geht, ganz einfach, lassen sie sich bei Übergriffen einfach kurzzeitig auf das Niveau ihres Gegenübers fallen. Kontra und zwar mit den gleichen perversen Kraftausdrücken wirkt tatsächlich Wunder. Scheißen sie darauf was andere von ihnen denken, die Übergriffigen tun das auch, nehmen sie die verbale Keule und schlagen sie zu – so hart dass kein Gras mehr wächst. Sie werden sich wundern wie wirkungsvoll und befreiend dies ist, ein echtes Hochgefühl. Es ist Zeit für einen Machtwechsel – packen wir es an, wir können nur gewinnen.

Freitag, 4. Januar 2013

Lassen Sie sich nicht länger verwirren!


Können Sie sich noch an Ihre erste Schulstunde in Chemie erinnern?

Wahrscheinlich ging es Ihnen wie Vielen, Sie verstanden nur Bahnhof!

Die gute Nachricht ist, ab sofort gibt es Abhilfe!












Leider ist Wissenschaftsjargon auch heute noch ein riesengroßes Problem. Vor allem bei Ärzten und medizinischer Information fühlen sich Viele überfordert. Dabei ist es ganz einfach, medizinisches Fachwissen auch für Laien verständlich zu vermitteln – wenn man nur will. Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Problem ist die Informationsflut im Internet. Jeder kann heute eine Webseite erstellen und auf dieser medizinische Informationen bereitstellen. Das Problem hier ist, als Laie können Sie nicht einschätzen wie korrekt solche Informationen wirklich sind.

Wir sind keine Lobbyisten!
Viele medizinische Informationen im Netz sind nicht nur fehlerhaft sondern nicht selten auch manipuliert. Da hochwertige Information Geld kostet, lassen viele Webseiten-Betreiber ihre Texte von Laien erstellen, die leider nicht die geringste Ahnung von Medizin und Wissenschaft haben. Webseiten, die medizinische Produkte verkaufen müssen, schrecken selbst vor manipulierter Information nicht zurück. Mit Klartext kommt nun das erste und einzige unabhängige Gesundheitsmagazin auf den Markt. Klartext ist nicht nur unabhängig sondern auch verständlich, informativ und aktuell! Klartext macht Schluss mit unverständlichem Wissenschaftskauderwelsch, falschen, gekauften und nicht selten manipulierten Informationen zum Thema Gesundheit und Medizin. Da wir, die Macher  von Klartext, von Niemandem bezahlt werden, vertreten wir auch keine fremden Interessen. Unser Anliegen ist vielmehr, wissenschaftliche Fakten zu Medizin, Ernährung und Gesundheit in Klartext zu präsentieren. Unser Ziel ist es, Gesunde wie Kranke vor irreführenden, falschen oder manipulierten Informationen zu schützen. Wer Klartext liest, wird die oft fehlerhaften Quellen im Internet mit Leichtigkeit erkennen. Irreführende Produktwerbung kann Klartext-Lesern nichts mehr anhaben und Manipulationen entlocken ihnen nur ein müdes Lächeln. Ganz nebenbei sparen Klartext-Leser Zeit und Geld, finden wirklich wirksame Medikamente und lernen innovative Therapien nicht nur kennen sondern auch verstehen. Es ist ganz einfach, öffnen Sie die Augen und lesen Sie Klartext!

Milliardenmarkt Medizin
Gesundheit und Medizin sind schon heute Milliardenmärkte, alleine die Arzneimittelkosten stiegen innerhalb der letzten 10 Jahre von 20 auf 30 Milliarden Euro. Und die jüngsten Gesundheitsberichte zeigen, dass sich dies auch nicht so schnell ändern wird, denn Zivilisationskrankheiten sind weiterhin auf dem Vormarsch. Wir alle wissen, wenn es um viel Geld geht sind unlautere Methoden und Manipulation nicht weit. Wir wissen auch, wer krank ist klammert sich an den letzten Strohhalm, auch wenn dieser ihn den letzten Groschen kostet. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zu Letzt und das gilt ganz besonders im Falle von Krankheit oder einem möglicherweise nicht mehr abzuwendenden Tod.

Klartext schützt vor Irreführung und Manipulation
Auch wenn wir es nicht gerne hören, das Geschäft mit unserer Gesundheit boomt. Pharmaindustrie, Ärzte und Kliniken sind nur einige Akteure die an unser Geld wollen. Leider ist auch die Medizin nur ein Big Business, auch wenn wir dies natürlich viel lieber verdrängen. Dabei vergessen wir dann allzu oft, dass Ärzte und Pharmafirmen primär Geld verdienen wollen und erst an zweiter Stelle an den Patienten denken. Auch wenn es wehtut, unsere Gesundheit ist für viele Anbieter nichts Anderes als ein Geschäft und zwar ein boomendes. Sie glauben ich übertreibe, dann werfen Sie einmal einen Blick auf die jüngsten Skandale, die leider nur die Spitze des Eisberges darstellen. Lebensmittelskandale, verkaufte Organe, gefälschte Studien, gekaufte Meinungsbildner, unwirksame oder sogar tödliche Medikamente. Dies Alles ist traurige Realität. Auch wenn die Skandale immer wieder schnell aus den Medien verschwinden, hinter den Kulissen geht es munter weiter mit Irreführung und Manipulation. Irreführung und Manipulation der Bürger durch bezahlte Wissenschaftler spielen viel Geld in die Kassen der Gesundheitsindustrie. Ändern wird sich dies nicht, denn die Lobby der Macht und des Geldes ist groß. Sie als Patient oder Bürger haben leider keine Lobby – bis jetzt!

Klartext – die Lobby der Bürger
Denn Klartext will dies ändern, wir sehen uns als das Sprachrohr der Bürger. Wir möchten aufklären, hinterfragen, Hilfestellung leisten und gleichzeitig Innovationen aus der Medizin verständlich präsentieren. Wir wollen den Jungle der unverständlichen, unwissenschaftlichen, fehlerhaften oder gekauften Informationen, die vor allem das Internet wie eine Seuche bevölkern, lichten. Da wir von Niemandem bezahlt werden, können wir unser Magazin leider nicht kostenlos anbieten. Dafür können Sie sich auf valide und gut recherchierte Fakten verlassen. Stets auf der Suche nach medizinischen Innovationen, durchforsten wir für Sie die weltweiten Universitäten und medizinischen Datenbanken. Wenn es eine wirksame Therapie für eine Krankheit gibt, dann finden wir sie und erklären sie Ihnen verständlich.

Testen Sie uns, kostenlos!
Worauf warten Sie, fordern Sie noch heute unsere erste Ausgabe an und lassen Sie sich von der Qualität unseres einzigartigen Magazins überzeugen. Sie erhalten die erste Ausgabe von Klartext kostenlos und ohne weitere Verpflichtungen. Sie müssen uns lediglich eine Email senden und erhalten Klartext sofort nach dem Erscheinen bequem via Email. Auch wenn Sie nur an einzelnen Artikeln von Klartext interessiert sind, ist dies kein Problem. Jeder Artikel kann gesondert erworben werden. Fragen Sie uns, wir freuen uns auf Sie.

Klicken Sie auf diesen Link um mehr über Klartext zu erfahren und uns eine  Email zum Erhalt der kostenlosen Erstausgabe zu senden.

Mittwoch, 21. November 2012

Die Mähr vom Homo Oeconomicus

Lange Zeit wollten wir nicht glauben, dass der unbewusste Teil des Gehirns und damit unsere Emotionen fast alle unsere Entscheidungen treffen. Trotz objektiver Sachlage wollen viele Menschen noch immer nicht glauben, dass ihre Emotionen den Ton angeben, schließlich galten und gelten Emotionen als störendes Beiwerk im rational dominierten Menschen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass eine Dominanz der als animalisch geltenden Instinkte vielen Zeitgenossen noch immer den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Generationen von Wirtschaftswissenschaftern stellten deshalb den rational agierenden Menschen in den Mittelpunkt ihrer vielfältigen Theorien. Der Homo Oeconomicus, der rational alle Vor- und Nachteile abwägt und dann die beste Lösung favorisiert, war über Jahrzehnte das Bild vom zivilisierten Menschen. Doch in den letzten 10 Jahren hat sich die Sicht auf den Menschen radikal gewandelt. Nicht zuletzt deshalb, weil die Hirnforschung mit ihren immer besseren Methoden nach und nach das Bild vom Homo Oeconomicus bröckeln ließ.

Mit fMRT dem Gehirn beim Denken zusehen

Neue Technologien, allen voran die funktionelle Magnetresonanztomographie, gewährten Wissenschaftlern ganz neue Einsichten ins Hirn. Was primär für medizinische Zwecke entwickelt wurde, wird zunehmend auch für das Marketing genutzt und hat mit dem Neuromarketing ein ganz neues Forschungsfeld hervorgebracht. Während wir uns bunte Bilder von hochkarätigen Marken oder No-Name-Produkten ansehen, verfolgen Wissenschaftler auf dem Bildschirm was dabei in unseren Köpfen vorgeht. Zwar lassen sich unsere Gedanken noch nicht lesen, doch welche Gehirnareale beteiligt sind wenn wir attraktive Marken wiedererkennen und wie diese unsere Denkprozesse entlasten, klärt der funktionelle Kernspintomograph nach und nach auf. Mittels fMRT können wir dem Hirn quasi beim Denken zusehen, welche Areale feuern gemeinsam, wie viel Energie wird dabei verbraucht und mit welcher Geschwindigkeit laufen alle diese Prozesse ab. Was eine starke Marke ausmacht und was bei der Erkennung im Gehirn passiert, das wissen wir heute ziemlich genau. Aus diesem Grunde macht es das Neuromarketing auch möglich, mit den richtigen Signalen die richtigen Botschaften zu kommunizieren und sich damit von ähnlichen Produkten deutlich abzuheben. Abheben, also anders sein als die Konkurrenz, das ist in Zeiten zunehmender Homogenität von Produkten das A und O für ein erfolgreiches Produkt.

Signale starker Marken

Was macht eine starke Marke aus, was geschieht im Gehirn wenn wir die Signale starker Marken wahrnehmen und vor allem weshalb sind starke Marken herkömmlichen Produkten so drastisch überlegen. Dass immer mehr Produkte den täglichen Kampf um Aufmerksamkeit verlieren wird klar, wenn wir uns vor Augen führen, dass Werbung nur implizit wirkt. Schöne Bilder alleine genügen leider nicht um dauerhaft Aufmerksamkeit zu erzielen und auch die Werbung mit rein physischen und rationalen Eigenschaften genügt nicht um Präferenz bei Kunden zu werden. Authentische Differenzierung unter Nutzung der neuesten Erkenntnisse der Neurowissenschaft heißt der Schlüssel zu dauerhaftem Erfolg und mehr loyalen Kunden.

Neuromarketing ist mehr als ein Trend

Der Siegeszug des Neuromarketings begann mit Daniel Kahnemann, der für seine bahnbrechenden Erkenntnisse wie Menschen entscheiden im Jahr 2002 als erster Psychologe den Wirtschaftsnobelpreis erhielt. Dass Neuromarketing weit mehr als ein Trend ist zeigt sich auch daran, dass von den letzten 15 Nobelpreisen elf an Neurowissenschaftler gingen. Noch 2003 ergab eine Internetsuche nach „Neuromarketing“ null Hits, 2009 spuckte Google bereits 800K Ergebnisse aus. Die Wichtigkeit des Themas zeigt sich auch an den Forschungsinvestitionen, alleine die Amerikaner pumpten zwischen 1990 und 2000 rund eine Milliarde USD in die Hirnforschung. Was wir lange nicht wahrhaben wollten und weit von uns wiesen ist heute wissenschaftlich belegt, auch wenn Viele noch immer glauben sie würden ihre Entscheidungen vollkommen rational und frei von störenden Emotionen treffen. Doch der Homo Oeconomicus hat ausgedient, unsere Entscheidungen werden primär durch unbewusste Strukturen auf Basis fester Muster, unseres Kulturspeichers und des Belohnungszentrums im Gehirn getroffen. Der Einwand, dass dies doch lediglich für den Consumer-Bereich gelte, ist schon lange widerlegt. Gerade bei komplexen Entscheidungen sind die denkenden Hirnstrukturen schnell überfordert, so dass Mustererkennung und Imprints im Gehirn zu deutlich valideren Entscheidungen beitragen. Nicht umsonst machen wir unser ganzes Leben lang Erfahrungen, die unser Gehirn für die Einordnung von Informationen und für Entscheidungen jeglicher Komplexität verwendet.

Nichts ist anstrengender als Denken

Da nichts so anstrengend ist wie Denken, könnten wir die nötige Energie für primär rationale Entscheidungen nie bereitstellen. Würden wir die rund 11 Millionen Bit die pro Sekunde in unser Gehirn strömen tatsächlich rational verarbeiten, bräuchten wir nicht nur unendliche Energiemengen sondern wären auch unendlich langsam. Nur unbewusste Entscheidungen ermöglichen uns Wichtiges innerhalb kürzester Zeit von Unwichtigem zu trennen. Evolutionär machen automatisierte Entscheidungen Sinn, denn dem Individuum geht es primär um zwei Dinge, Überleben und Fortpflanzung. Wären wir komplett rationale Wesen, hätten wir im Selektionsprozess der Evolution, wo schnelle Entscheidungen über Leben und Tod entscheiden konnten, nicht lange überlebt. Erst durch die automatisierte und damit extrem schnelle Informationsverarbeitung konnte die Spezies Mensch zum erfolgreichsten Lebewesen aller Arten aufsteigen. Was uns früher das Leben gekostet hätte, nämlich primär bewusst zu entscheiden, würde uns heute im Zuge der Informationsflut handlungsunfähig machen.

Die Wissenschaft widerlegt den rationalen Menschen

Die wissenschaftlichen Publikationen zu diesem Thema sind gigantisch und sie alle zeigen, was auch William J. Cusick in seinem lesenswerten Buch „All customers are irrational“ so eindrucksvoll beschreibt, bis zu 95 % aller Entscheidungen werden vom Autopiloten in unserem Kopf getroffen und der ist nun einmal hochgradig emotional. Eine Entscheidung ohne die Amygdala, die einzig und allein die Frage interessiert „Ist es positiv oder negativ?“, ist nicht möglich. Die Amygdala nimmt anatomisch wie funktional die entscheidende Rolle bei der Produktion und Steuerung von Emotionen ein. Sie wird als das Zentrum der furcht- und angstgeleiteten Verhaltensbewertung angesehen und diente unseren Vorfahren zum Überleben. Auch heute noch achtet die Amygdala darauf, dass wir möglichst nur das tun, was und Glücksmomente und damit Belohnungen durch die Ausschüttung von Glückshormonen beschert. Die Ausschüttung endogener Endorphine gehört zu den wichtigsten Zielen des menschlichen Gehirns. Großen Beitrag zum Verständnis dieser unbewussten Hirnstrukturen hat der renommierte Neurowissenschaftler Joseph LeDoux, Professor am Center for Neural Sciece der New York University, geleistet. In seinem herausragenden Buch „Das Netz der Gefühle – Wie Emotionen entstehen“ geht LeDoux den Fragen auf den Grund wie Gefühle unsere Wahrnehmungen, Erinnerungen und Gedanken beeinflussen.

In jahrelangen Versuchen hat LeDoux erforscht wie Emotionen entstehen und wie sie uns steuern. Sein Fazit, ein wichtiger Antrieb im menschlichen Gehirn sind Belohnungen die in Form von Glückshormonen unsere Entscheidungen stets in eine bestimmte Richtung lenken. Auch wenn wir glauben wir würden rational entscheiden, tun wir es nie. Gelangt eine Entscheidung in unser Bewusstsein und lässt uns glauben, dass wir diese frei und rational getroffen hätten, so wurde diese in den unbewussten Hirnregionen auf Grund von Mustererkennung, Erlebtem, unserer Kultur und der damit einhergehenden Belohnung bereits entschieden. Was wir als freie Entscheidung wahrnehmen, ist lediglich das Endergebnis dieses unbewussten Prozesses im Gehirn. Unser Bewusstsein dient lediglich der Rechtfertigung dieser Entscheidungen, hierzu hat Michael S. Gazzaniga in seinem Buch „Who’s In Charge?“ bahnbrechende Erkenntnisse aus vielen Jahren Forschung publiziert. Auch Michael S. Gazzaniga untermauert die Fakten zum irrationalen Konsumenten, die er in jahrlangen Untersuchungen seiner Patienten dokumentiert hat. Natürlich können wir uns auch gegen diese Entscheidung stellen, doch dies erfordert aktives Denken und damit sehr viel Energie. Unser Gehirn, das auf Energieeffizienz getrimmt ist, wird deshalb nur in extrem wichtigen Fällen seinen aktiven Denkprozess starten. Und selbst dann noch trauen wir oftmals unserem Unbewussten, dass sich als das wohlbekannte Bauchgefühl bemerkbar macht. Doch weshalb sollte das Gehirn auch anders arbeiten als der Rest unseres Körpers, der ja weitgehend autonom ist. Ob Verdauung, Atmung, Herzschlag, Körpertemperatur oder Immunsystem, alle diese Regelkreise arbeiten völlig unabhängig von unserem Willen und ohne dass wir daran auch nur einen Gedanken verschwenden müssen.

Ohne Frame keine Marke

Im Hinblick auf das Marketing und die Werbung hat uns die Hirnforschung vier wichtige Einsichten beschert die wir für die Kommunikation mit unseren Kunden nutzen können. Eines ist klar, wer den täglichen Kampf um Aufmerksamkeit nicht verlieren möchte, der sollte sich das Neuromarketing bei seinen Kommunikationskonzepten zu Nutze machen. Und noch eine ausgezeichnete Nachricht haben wir zu verkünden „Werbung wirkt – aber leider nur implizit“. Dies bedeutet, wenn es einem Produkt nicht gelingt durch geeignete Signale mit dem unbewussten Autopiloten zu kommunizieren, ist sein Marketingbudget reine Verschwendung. Doch welche Einsichten müssen nun für ein erfolgreiches Marketing berücksichtigt werden. Wie gehen wir vor, wenn wir erfolgreich mit den Entscheidungsstrukturen kommunizieren wollen, welche Sprache und welche Signale sind erfolgreich. Erstens, der Autopilot im Gehirn färbt jede Entscheidung emotional und entscheidet innerhalb von Sekundenbruchteilen. Also, müssen wir ihm Signale anbieten die er kennt und die er extrem schnell verarbeiten kann, wir müssen also den Kulturspeicher unserer Zielgruppe kennen und anzapfen. Laut renommierten Forschern der Harvard University werden 95 % der Kommunikation nebenbei, also unbewusst aufgenommen und verarbeitet. Erst wenn wir in dieser Informationsflut Signale entdecken, die mit unseren ganz persönlichen Zielen, unseren Vorstellungen und unserem Selbstbild in Einklang stehen, werden wir uns einer bestimmten Information bewusst. Dabei müssen wir uns dies so vorstellen, dass der Autopilot innerhalb von Sekundenbruchteilen alle Informationen auf für ihn bekannte Muster untersucht, dies geschieht den ganzen Tag, ohne dass es uns bewusst wird.

Entdeckt der Autopilot ein für ihn lohnendes Muster, schickt er dieses in unser Bewusstsein, wir werden interessiert und wollen mehr darüber wissen. Fehlen allerdings belohnende Signale, geht alles rasant schnell an uns vorüber und wir werden uns nie an ein solches beliebig austauschbares Produkt erinnern. Wollen wir mit unserem Produkt also das Interesse einer Zielgruppe wecken, so müssen wir relevante Signale in den Hintergrund unseres Produktes einbauen. Verabschieden Sie sich deshalb lieber gleich davon, Werbung für Alle zu machen. Werbung für Alle heißt Werbung für Niemanden zu machen. Da wir damit Niemanden richtig Ansprechen, werden wir auch keine Aufmerksamkeit erregen. Und keine Aufmerksamkeit heißt kurz gesagt kein Konsum. Diese Art von Werbung verpufft wirkungslos und ist reine Geldverschwendung. Der wichtigste Punkt im Neuromarketing ist die Tatsache, dass wir Werbung an die Prozesse im Gehirn anpassen müssen, nur so können wir Marken generieren, die Preisaufschläge rechtfertigen und uns loyale Kunden bescheren. Nach den neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung muss eine effiziente Werbestrategie zwei Dinge bedienen – das explizit wirkende Markenimage und den nur implizit wirkenden Markenkern, den wir auch Frame nennen. Produkte, die nur mit dem Markenimage, also den physischen Eigenschaften des Produktes werben, und keinen Frame besitzen, sind beliebig austauschbar und wenn überhaupt, dann nur über den Preis zu differenzieren.

Weshalb sollte ein Kunde aus einer Schar ähnlicher Produkte ein ganz bestimmtes Produkt wählen, wenn ihm dieses keinen fiktiven Mehrwert bietet. Aus Sicht des Gehirns ist die Wahl eines bestimmten Produktes rein zufällig, denn unser Gehirn kennt nur Vergleiche. Findet es bei seinen ständigen Vergleichen keine relevanten Unterschiede, so wird es bei Bedarf den Zufall entscheiden lassen. Wer also den Pseudocharakter seines Marketingbudgets endlich ablegen möchte, der muss anfangen die Strukturen des Hirns für sich zu nutzen. Erst wenn unser Gehirn in einem Frame, also im Hintergrund zu einem Produkt einen fiktiven Mehrwert erkennt gibt es einen signifikanten Unterschied. Je belohnender dieser fiktive Mehrwert für das Gehirn der Zielgruppe desto mehr Differenzierung erhält ein Produkt gegenüber Ähnlichem. Dabei ist extrem wichtig, die Codes zu verwenden, die auch das unbewusste Gehirn nutzt und die es einfach und schnell dekodieren kann. Physische Eigenschaften wie Qualität oder Leistung sprechen nur den Piloten an, der Autopilot kann mit diesen Dingen nichts anfangen, weshalb Sie sich damit auch nicht differenzieren können. Sich abheben und zu einer Marke werden können Sie nur, wenn Sie es verstehen effizient mit dem Autopiloten zu kommunizieren. Was für das Bewusstsein oftmals lächerlich und wenig authentisch klingt, darauf spricht das emotionale Gehirn ganz intuitiv an. Über Mustererkennung und Kulturspeicher werden entsprechende Signale innerhalb kürzester Zeit dekodiert und mit der potenziellen Belohnung verknüpft. Finden Sie also die richtigen Codes für Ihr Produkt, dann reichen die ca. 2 Sekunden Werbemittelkontaktzeit leicht aus, um die Signale zu entschlüsseln und so in das Bewusstsein der Zielgruppe zu springen. Da Marken Denkprozesse entlasten kommen sie der Funktionsweise des Gehirns, das nach Automatisierung und Energieeinsparung strebt, entgegen.

Beispiel einer neurowirksamen Werbung

Ein kleines Beispiel aus der Werbung eines großen Unternehmens soll das Konzept verdeutlichen. Was würden Sie von einer Werbung halten, die den Slogan nutzt „Dieser Mixer macht Sie mächtig und hebt Sie von anderen Individuen ab“. Exakt, Sie würden sich fragen was dieser Käse soll! Und warum würden Sie sich das Fragen? Ganz einfach, weil der Slogan unsere rationalen Denkstrukturen auf den Plan ruft, diese sind kritisch und hinterfragen solche Dinge. Wenn wir Macht und Abgrenzung mit einem Produkt kommunizieren wollen und den Kunden wissen lassen möchten, dass ein bestimmter Mixer nur für echte Kochprofis gedacht ist, die auch in der Küche Macht und Abgrenzung schätzen, weil es ihrem limbischen Profil entgegen kommt, dann müssen wir es ganz anders anstellen. Wir würden die Farbe schwarz als Hintergrund verwenden, da der Autopilot damit Macht und Status verbindet. Die Farbe Schwarz war und ist die Farbe der Mächtigen. In unserer Werbung befindet sich auch eine weiße Flüssigkeit, die sich dynamisch ausbreitet und fast wie der Urknall aussieht. Dass es sich dabei um Milch handeln muss, geht aus dem Kontext hervor und wird vom Impliziten rasend schnell entschlüsselt. Der Slogan „Why cook, when you can create“ bestätigt dem Autopiloten, dass er sich mit diesem Mixer tatsächlich abhebt, da er Mahlzeiten erschafft, anstelle sie zu kochen.

Der Slogan korreliert also mit der Aussage des Bildes und unterstützt dieses noch. Die gesamte Werbung ist auf eine Zielgruppe ausgerichtet, für die Macht, Status und Abgrenzung von der Masse auch in der Küche von Bedeutung ist. Unser implizites Gehirn kann alle diese Signale innerhalb kürzester Zeit decodieren und den Belohnungswert für Macht, Status und Abgrenzung errechnen, der für bestimmte limbische Profile sehr hoch ist. Die Werbung wirkt rein implizit und war deshalb auch extrem erfolgreich. Sobald wir uns auf den Versuch einlassen den Piloten anzusprechen, werden wir in der Zufallsschublade landen. Dann hinterfragt der Pilot kritisch was ihm wenig authentisch klingt, wir müssen denken, was Energie und Zeit kostet und uns meist gar nichts konsumieren lässt. Ergo, nur implizite Werbung führt zu Entstehung von differenzierenden Marken, die schnelle Entscheidungen zulassen und mit großen Belohnungswerten korreliert sind. Diese hohen Belohnungswerte, ausgelöst durch einen großen fiktiven Mehrwert für das Unbewusste, sind es dann auch, die bei Marken wie Apple oder Nike extreme Preisaufschläge möglich machen und Kunden zu Fans werden lassen.












Das Märchen vom Fachkräftemangel – Teil 2


Der Selbstversuch – ein Desaster

Meine erste Erfahrung in diesem Selbstversuch ließ nichts Gutes ahnen, dabei begann mein Bewerbungsmarathon so vielversprechend – mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ich hatte mich auf einen 400 Euro-Job bei einem Verein beworben, als Leiterin der Geschäftsstelle, man höre und staune, für 400 Euro. Angekommen, wurde mir in einem kleinen Büro eine Tasse Kaffee angeboten und dann ging die Fragerei schon los, Fragen, als würde ich mich für den Vorstandsposten eines Industriegiganten bewerben. Wegen 400 Euro im Monat rückte ein ganzes Bataillon an Interviewern an deren Fragen auch vor privaten Dingen nicht halt machten. Natürlich bekam ich einige Tage später die bereits erwartete Absage und sie werden es kaum glauben, eine Woche später ein Angebot mich doch unentgeltlich einer ehrenamtlichen Tätigkeit im Verein zu widmen. Den Verzweifelten kostenlose Arbeit anbieten und vielleicht auch noch um eine kleine Spende bitten, irgendetwas läuft falsch in diesem, unserem Lande. Doch von einem Fehlschlag lasse ich mir nicht meinen Optimismus verderben. Also schrieb ich weiter fleißig meine Bewerbungen, wobei ich mich nur auf optimal zu meiner Qualifikation passende Stellen bewarb. Nach einigen Wochen konnte ich bestätigen was auch meine Befragten kommuniziert hatten, 50 Prozent meiner Bewerbungen blieben unbeantwortet.

Wut und Frust durch Absagen

Obwohl ich nicht wirklich arbeitssuchend war, frustrierte mich dieses Verhalten mehr und mehr. Natürlich fragte ich auch dann und wann nach, vielfach blieben auch diese Emails unbeantwortet. Da ich mich nun täglich auf Jobbörsen herumtrieb, sah ich natürlich auch, was ich schon von vielen Befragten gehört hatte, erneute Stellenausschreibung vermeintlich besetzter Vakanzen. Meine Laune wurde durch diese Recherchen nicht gerade besser, wenn dies so weiterging, müsste ich mich bald erneut für die gleichen Positionen bewerben. Ich konnte die Betroffenen gut verstehen, schließlich verlangt das Arbeitsamt Eigeninitiative und das bedeutet Minimum drei Bewerbungen je Woche zu verfassen. Fragt sich nur an wen, wenn man bereits überall abgelehnt wurde. Doch ich gab nicht auf, weiter schrieb ich fleißig meine sauber ausgearbeiteten Bewerbungen, obwohl mich das Ganze schon ziemlich nervte. Natürlich hagelte es auch viele Absagen, was mich langsam zu ängstigen begann. Was, wenn ich irgendwann einmal tatsächlich auf Arbeitssuche wäre, es sah in meinem Alter nicht gerade rosig aus, das wurde mir schlagartig klar als ich nach 6 Monaten vor meiner Auswertung saß. Mein Studium schien Niemanden wirklich zu interessieren, viel wichtiger war da schon, welche Gehaltsvorstellungen ich hatte.  Natürlich konnte ich bei den Gehaltsvorstellungen, zumindest zum gegebenen Zeitpunkt, noch nicht mit den verzweifelt nach Arbeit Suchenden mithalten.

Sie haben nicht die „interlektuelle Befähihgung“

Ich musste bei den vielen Absagen, die sich in meinem Email Postfach häuften, also meine Strategie ändern. Gehaltsvorstellungen runter und auf weniger qualifizierte Jobs bewerben hieß nun meine Devise. Doch auch hiermit schien ich nicht wirklich erfolgreich zu sein. Selbstbewusstsein und Überqualifikation kamen bei weniger gebildeten Vorgesetzten nicht wirklich gut an. Langsam war ich am verzweifeln. Die wenigen Vorstellungsgespräche die ich in den letzten Monaten hatte, waren eine echte Niederlage für einen vom Erfolg verwöhnten Menschen wie mich. Hinzu kam, die Absagen waren so langweilig, dass es mir beim Lesen die Schuhe auszog. Also zurück zur Qualifikation und prompt kam ein aussichtsreiches Vorstellungsgespräch. Nach rund acht Wochen die Antwort – man hatte sich leider gegen mich entschieden. Weitere 3 Wochen später, die gleiche Vakanz erneut inseriert, ich konnte es kaum fassen, war enttäuscht und fragte höflich nach den Gründen für die Absage. Die Antwort möchte ich ihnen nicht vorenthalten, liebe Leser, denn sie sagt einiges aus über die soziale und emotionale Intelligenz in den Führungsetagen deutscher Unternehmen. Ich habe nichts am Wortlaut geändert. Interessant finde ich, dass mir hier Jemand meine intellektuellen Fähigkeiten absprechen will, der selbst nicht einmal in der Lage ist dieses Wort korrekt zu buchstabieren. Ich denke diese Email Bedarf keines Kommentars.

Sehr geehrte Frau X,

schon diese email Zeug davon, dass Sie für eine solche Stelle nicht geeignet sind!!!

Wenn Sie es gerne hören wollen, Sie sind weder von der Persönlichkeit noch von der Qualifikation für diese Stelle geeignet. Da Sie weder Farbig, noch Ausländer sind und die Stelle mit Frau Dr. M. mit einer Frau besetzt wurde, fällt auch das Argument einer Diskriminierung weg. Es steht Ihnen kein Urteil zu, ob und wie häufig wir eine Stelle zu besetzen haben, da SIe weder die Erfahrung noch scheinbar die interlektuelle Befähihgung dazu haben.

Dr. Thomas F.

Fazit – Qualifikation und Selbstbewusstsein, eine tödliche Kombination

Dies war dann auch das Ende meines kleinen Selbstversuchs, länger hätte ich das auch nicht mehr ausgehalten. Abschließend lässt sich sagen, dass ein Mangel an Qualifikation so gut wie nie der Grund für eine Absage ist, häufig ist es eher ein Zuviel an Wissen und Expertise, das einen Kandidaten ausscheiden lässt. Die Gründe liegen wie immer wenn es um Menschen, Gruppen und Egos geht, viel tiefer und hängen ganz vom Individuum und dessen Selbstsicht ab. Aus der Hirnforschung wissen wir, dass sich Menschen bereits innerhalb von drei Sekunden für Sympathie oder Antipathie entscheiden und dass dabei auch ihre persönliche Expertise, ihr eigenes Wissen und ihre ganz persönliche Wertschätzung eine Rolle spielt. Lasse ich sämtliche Ereignisse Revue passieren, kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass Alter in einer Kombination mit Qualifikation, Selbstbewusstsein und einem umfangreichen Wissen ein großer Risikofaktor für ein Versagen am Arbeitsmarkt ist. Hier dürfte wohl das größte Problem arbeitsloser Hochqualifizierter liegen. 

Das Märchen vom Fachkräftemangel – ein Selbstversuch


Es war einmal ..... die Geschichte vom aussortierten Arbeitnehmer

Liebe Leser, ich möchte Ihnen eine Geschichte erzählen, die Geschichte von der Arbeitssuche über 40, vom Fachkräftemangel, von einem Land, das sich seines Wirtschaftswachstums rühmt und dabei einen Teil der Gesellschaft einfach ignoriert, aussortiert und vergisst. Die Rede ist von Deutschland, das sich gerade wieder einmal anmaßt eine Vormachtstellung in Europa einzunehmen und dabei vor lauter Lobgesang auf seine Industrie, die Menschen im eigenen Land und im Rest Europas vergisst. Die Schlagworte von den Faulen, ob Griechen oder Arbeitslose, sind gleichzeitig Schläge ins Gesicht der Menschen, deren Leben ein täglicher Kampf ist, ein Kampf um Arbeit, um Anerkennung und um finanzielle Freiheit. Haben nicht alle Menschen ein Recht auf Freiheit und wenn ja, weswegen verwehren wir dieses so wichtige Gut immer mehr Menschen, indem wir sie an den Rand der Gesellschaft schieben, indem wir ihnen würdige Arbeit und damit den letzten Funken Hoffnung auf eine wie auch immer geartete Freiheit rauben. Wir sollen bitte künftig bis zum Tode arbeiten, nicht nur die Deutschen, nein, auch die Griechen, vor allem die Griechen, schließlich haben sie nur ein Drittel der Produktivität eines Deutschen. Schon diese Aussage zeugt von der Arroganz und Anmaßung der deutschen Elite, wozu sich heute natürlich auch Politiker zählen.

Arbeiten bis zum Tod trotz Null-Aussicht auf Arbeit

Arbeiten bis 70, obwohl jedes Kind heute weiß, dass, wer die 40 überschritten hat, kaum noch adäquate Arbeit im Hightech-Land Deutschland findet, und das obwohl Deutschland doch an einem enormen Fachkräftemangel leidet. Tagtäglich tönt es aus den Medien, der Industrie fehlen adäquate Fachkräfte, Deutschlands Industrie wird bald nicht mehr konkurrenzfähig sein. Dass deutsche Produkte Angst vor Konkurrenz haben liegt nicht am Fachkräftemangel, es liegt vielmehr daran, dass wir auf Grund unseres Lebensstandards gar nicht mit Ländern wie China vergleichbar und deshalb auch nicht konkurrenzfähig sein können. Da können wir noch so viele Arbeitnehmer in prekäre Beschäftigungen drängen, am Ende schlägt es auf uns alle zurück. Wer nichts verdient, der kann auch nicht konsumieren, doch der Binnenmarkt ist wichtig und wird umso wichtiger je weiter sich Länder wie China entwickeln und autark werden. Hören wir auf einen Fachkräftemangel zu beklagen, nutzen wir stattdessen die vielen hochqualifizierten Arbeitnehmer über 45. Hören wir auf nur zum Wohle der Renditen, des Sharholder Values und des Exportwahns zu wirtschaften. Das so genannte Jobwunder ist eine Farce, es wird Zeit dass wir als Gesellschaft diesen Fehltritt rückgängig machen. Sind wir doch einmal ehrlich, wer von uns gut bezahlten Arbeitnehmern würde für 7 Euro die Stunde unter oftmals schwierigen Arbeitsbedingungen arbeiten. Abgesehen davon, dass wir mit unseren oftmals dekadenten Lebensstilen gar nicht davon leben könnten, stehen wir natürlich über den Billiglöhnern, Zeitarbeitern und Aufstockern. So wie wir gerade auf die Griechen und die ärmeren Länder der EU herabsehen und uns als deren Richter aufspielen, so machen wir es auch mit dem Teil der Bevölkerung, der arm, alt und pflegebedürftig ist.

Das Märchen vom Fachkräftemangel

Keiner, der noch Arbeit hat, kann sich die verzweifelte Suche nach würdevoller Arbeit auch nur ansatzweise vorstellen. Doch das Heer der Arbeitssuchenden über 40 wächst stetig, auch wir könnten morgen schon dazu gehören, Niemand ist vor der Gier nach Rendite sicher, deshalb lade ich sie ein, mich auf meiner kurzen Suche zu begleiten. Jeder der über 40 auf Arbeitssuche geht kennt die Probleme und vorgeschobenen Vorurteile, die Ignoranz und Überheblichkeit, die vielen bei der Suche nach Arbeit entgegenschlägt. Vor allem Deutschland hat ein Problem mit älteren Arbeitnehmern, ein Hohn, angesichts der Tatsache, dass wir zu einem der am schnellsten alternden Länder Europas zählen. Ein Blick auf unsere Gesellschaft und deren Umgang mit dem Alter macht klar, hier muss sich etwas ändern. Der in Politik und leider auch immer häufiger in den Medien so oft zitierte Mangel an Qualifikation spielt bei der Ablehnung eines Arbeitnehmers so gut wie keine Rolle. Vor allem die Älteren sind oft hochqualifiziert. Dennoch wird der Schrei nach Fachkräften in Deutschland immer lauter, erst kürzlich hat unsere verehrte Kanzlerin angekündigt, sich persönlich um dieses große Problem kümmern zu wollen. Der Fachkräftemangel, so Angela Merkel, ist ein Problem, dem wir ab sofort oberste Priorität einräumen. Schon deshalb sollten wir uns bei der Wahl gegen diese Option entscheiden. Wer Deutschland führen will, des muss sich für alle Menschen einsetzen, nicht nur für eine Wirtschaft, der jegliches Maß verloren gegangen zu sein scheint.

45+ Arbeitslose – gebildet und hochqualifiziert

Was die vielen bestausgebildeten Arbeitslosen 45+, deren Ausbildung vom Naturwissenschaftler bis zum Ingenieur reicht, zu diesem Populismus zu sagen haben, bleibt weitgehend im Dunkeln. Wer keine Arbeit hat, hat oft auch nichts mehr zu sagen. Industrie manipuliert Politik, Politik manipuliert Medien, deshalb begab ich mich für meine Geschichte an die Quelle, die Arbeitssuchenden selbst wollte ich zu ihrer Meinung zum aktuellen Arbeitsmarkt und ihren Erfahrungen mit Arbeitgebern befragen. Das Arbeitsamt – was für ein erschreckender Ort – aber auch das Internet boten einen reichen Fundus, der mich der Wahrheit zu Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel im reichsten Land Europas ein kleines Stückchen näher brachte. Auch wenn meine Befragung für eine repräsentative Umfrage eine zu geringe Stichprobe aufweist, so ist sie doch ein sehr bedenklicher Querschnitt durch unsere Bevölkerung. Viele Physiker, Chemiker, Elektrotechniker und Maschinenbauer jenseits der 40 gaben mir bereitwillig Auskunft, doch aufstehen und sich wehren, dazu sehen sich die meisten von ihnen aus den verschiedensten Gründen nicht in der Lage.

Einstellungsstop für 45+

Die Arbeitsagentur, so viele Betroffene, ist bei der Suche nach einer neuen Arbeit keine wirkliche Hilfe. Obwohl die Berater, wie könnte es anders sein, genau wissen, dass rund 50 Prozent aller Arbeitgeber keine Mitarbeiter über der magischen Grenze 45 einstellen, wird nichts dagegen getan. Sollten sie über 45 sein, vergessen sie ein Onlinebewerbung über ein Onlineformular, ihre Bewerbung wird nämlich nie ankommen. Oh Wunder, woran das wohl liegen mag. Ganz einfach, sobald die Datenbank ihr Geburtsdatum erkannt hat und dieses über 45 liegt, wird ihre Bewerbung ganz automatisch gelöscht. Das erstaunte auch viele Betroffenen, die zwischen drei und fünf Bewerbungen pro Woche schreiben, von denen rund 50 Prozent von den Arbeitgebern einfach ignoriert werden. 50 Prozent aller individuell verfassten Bewerbungen werden von Arbeitgebern also einfach ignoriert, obwohl diese eine Arbeitsstelle ja explizit ausschreiben und zur Bewerbung auffordern. Dies konnte ich kaum glauben, dachte an Übertreibung, Wut und Verzweiflung der Betroffenen. Andererseits waren viele dieser Arbeitssuchenden eher konservativ und meist wenig zu Übertreibung neigende Realisten. Da waren hochqualifizierte Mittfünfziger, die unverschuldet hochdotierte Arbeitsplätze verloren hatten, und nach längerer Arbeitslosigkeit dankbar für einen 400 Euro-Job sein mussten. Da gab es ausgebildete Elektroingenieure, die sich über ein bezahltes Praktikum freuen mussten und Mini-Jobber mit einem Doktortitel. Viele berichteten davon, nicht einmal bei 400 Euro-Jobs berücksichtigt worden zu sein, wobei gerade ihre frühere Führungsposition ein unüberwindbares Hindernis darstellte. Qualifikation und Selbstbewusstsein als Hindernis, was heute händeringend in Vorstandsetagen gesucht wird, kann einem Arbeitslosen zum Verhängnis werden. Ich war erschüttert, gleichzeitig wollte ich die Aussagen der Befragten überprüfen, sie quasi am eigenen Leibe erfahren. Also entschloss ich mich zu einem Selbstversuch. Über meine frustrierenden Erfahrungen lesen Sie im nächsten Teil.

Montag, 9. Juli 2012

Pro und Contra Bankenunion – Vieles spricht dagegen

Es will schon etwas heißen, wenn selbst ein Experte wie Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon sich gegen die tiefere Integration Europas ausspricht und die Bankenunion als eine falsch verstandene Solidarität ansieht. Erst auf dem im Juni in Mannheim stattgefundenen Sparkassentag sprach Fahrenschon von einer gigantischen Umverteilungsmaschinerie die deutsche Kleinsparer arm machen wird. Als einen Angriff auf die deutschen Sparer sehen auch viele Andere die geplanten Maßnahmen zur Banken- und Fiskalunion. Die deutschen Sparkassen haben allen Grund skeptisch zu sein, schließlich verwalten sie mit 48 % der Guthaben deutscher Sparer und Unternehmen einen nicht unerheblichen Teil unseres Vermögens.

Was uns die Politik als Bankenunion verkaufen will, ist leider nicht nur eine europäische Aufsichtsbehörde sondern auch eine Vergemeinschaftung aller bei Banken liegenden Risiken. Vor allem die Sicherungseinlagen, die unser Spargeld schützen, sollen dann auch zum Schutz der Ersparnisse in anderen EU-Ländern dienen. Damit wäre unser Spargeld „Freiwild“, die Sicherheit nur noch ein ausgehöhltes Gebäude voller schöner Phrasen. Im Extremfall könnten sich ganze Sparguthaben in Luft auflösen wenn beispielsweise Banken mit zu hohen Schulden von der EU abgewickelt also aufgelöst würden.

Noch weigert sich unsere Kanzlerin unsere Sparguthaben zum Wohle eines Vereinigten Europas zu opfern doch der Druck der stark verschuldeten EU-Länder nimmt kontinuierlich zu. Auch die marode Bankenwirtschaft, deren Schulden oftmals die Staatsschulden dramatisch übersteigen, sieht ihr Heil in einer europäischen Bankenunion. Auf dem jüngst stattgefundenen EU-Gipfel musste Angela Merkel unter dem Druck der EZB bereits weitreichende Zugeständnisse machen, auch wenn sie diese an bestimmte Vorgaben gekoppelt hat.

Langfristig bedeutet die Bankenunion nichts anderes als die Sicherungseinlagen zu europäisieren. Was für viele Länder der EU gilt, nämlich, dass ihre Einlagen unter europäischer Aufsicht sicherer werden, das gilt leider nicht für Deutschland. Da eine Reihe von Geldhäusern in Südeuropa in Schieflage geraten sind könnte eine gemeinsame Haftung dazu führen, dass deutsche Banken ihre Sicherungseinlagen für die Rettung der Sparguthaben ausländischer Sparer aufzehren müssten. Für eine eventuelle Rettung unserer Sparguthaben wären die Kassen dann leider leer.

Die Aussagen der Ökonomen zu diesem Thema sind gewohnt widersprüchlich, was angesichts der vielen Lobbygruppen in unserem Lande nichts Besonderes ist. Meinungsbildner werden zu solchen aufgebaut und ihre Studien fallen exakt so aus wie der Finanzier es fordert. Nicht umsonst werden viele Meinungsbildner als Maulhuren bezeichnet, die vor dem Hintergrund einer exzellenten Expertise manipulierte als rein wissenschaftliche Fakten verkaufen.

Aber einige Ökonomen haben die schleichende Gefahr auch erkannt und lassen sich nicht für ihre Meinung bezahlen. Erst vor einigen Tagen haben 160 deutsche Wirtschaftswissenschaftler renommierter Institutionen sich gegen die Bankenunion ausgesprochen. Die Portale im Internet sind voll davon und je nach politischer Gesinnung fallen die Kommentare dazu anders aus. Doch werfen wir einen unverstellten Blick aus Sicht des kleinen Bürgers auf dieses Szenario. Während das große Geld schon lange das Land und die Währung verlassen hat, ist es doch primär das Geld der kleinen Sparer, das möglicherweise für den Zockerverein der Banker geopfert werden soll. Hans Werner Sinn, Chef des Ifo-Instituts hat Recht mit seiner Warnung. Zumindest sollten die Bürger Deutschlands eine ungeschönte Aufklärung über alle Chancen und Risiken einer solchen Banken- und Fiskalunion erhalten. Bereits die Staatsschulden in den Euroländern sind immens, doch die Bankenschulden übersteigen diese um ein Vielfaches, das muss uns bewusst sein und wir müssen wissen auf was wir uns da einlassen.

Wollen wir tatsächlich für die riskanten Geschäfte ausländischer Banken aufkommen, haben wir nicht schon genug mit unseren eigenen Zockervereinen. Wollen wir wirklich die Spareinlagen europäischer Sparer mit unseren Sicherungsfonds absichern. Wir sollten dies nur dann in Erwägung ziehen, wenn die EU wirklich eine scharfe Aufsichtsbehörde ins Leben ruft. Nur mit rigiden Maßnahmen für Finanzgeschäfte und einer umfassenden Überwachung zu deren Einhaltung, sollten wir über eine Bankenunion nachdenken.

Um solche Verwerfungen wie aktuell am Finanzmarkt zu verhindern sind weitreichende Änderungen nötig die Banken spekulative Geschäfte die zur Neuschöpfung von Geld beitragen verbieten. Die Gelderschaffung aus dem Nichts muss gestoppt werden, anderenfalls reißen und die Schulden in den Abgrund. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass die mächtige Finanzwirtschaft solche Beschränkungen auch nur ansatzweise zulassen würde ist mehr als gering. Erinnern wir uns doch kurz an die vollmundigen Versprechen nach der Lehmann-Pleite. Handschellen wollten die Politiker den Zockervereinen anlegen. Spekulative Geschäfte sollten ein für allemal der Vergangenheit angehören und Bürger vor Investments eine seriöse und umfassende Beratung erhalten.

Ein Blick auf die aktuelle Situation ist nicht nur traurig sondern zeigt auch die Ignoranz dieser verlogenen Gesellschaft, der es einzig und alleine um Rendite und Wachstum geht. Egal wer dabei unter die Räder kommt, Hauptsache die Wirtschaft wächst und die Auftragsbücher sind voll. Wenn interessieren dabei schon die vielen Teilzeitarbeiter, Leiharbeitskräfte und Scheinselbständigen, die sich mit Minieinkünften von Monat zu Monat hangeln. Aber sozial ist ja was Arbeit schafft! Keine einzige Maßnahme gegen das Zocken wurde nach der Lehmann-Pleite umgesetzt. Banken wurden weder reguliert noch verschonen sie Kleinanleger vor riskanten Investitionen.

Die gefährliche Zockerei mit Rohstoffen und vor allem mit Agrargütern geht munter weiter und macht unsere Lebensmittel zunehmend teurer. Dass wir dies noch nicht spüren, liegt daran, dass die Lebensmittelmatrix die Rohstoffe durch minderwertige Produkte ersetzt, uns also im wahrsten Sinne des Wortes „Schrott“ verkauft. Doch was schert uns dies, solange die Preise stabil bleiben, lassen wir uns von Farb- und Aromastoffen gerne täuschen. Und was interessieren und die Hungernden in Afrika und Asien, solange unsere Regale voll sind, gar nichts.

Doch wir sollten uns nicht so sicher sein, ein Blick in die USA, die uns in Vielerlei voraus sind, zeigt uns unsere nahe Zukunft. Wenn wir nicht endlich Gier und Habgier unter Kontrolle bekommen, werden auch wir bald in Zeltstädten hausen. Globalisierung macht nur die Reichen reicher, während der Mittelstand langsam ausblutet. Die EU beschleunigt diesen Vorgang noch, denn sie verteilt das Geld der Mittelschicht um zu den Banken, die damit ihre Spekulationsverluste tilgen. Ich kann nichts Gerechtes dabei erkennen, wenn die sauer ersparten Groschen unserer Mitbürger für Schulden europäischer Banken herhalten sollen, die ohne einen einzigen Gedanken an die Risiken Milliardenbeträge in spekulative Geschäfte stecken.

Werfen wir einen Blick auf die weltweite Situation. Pro Jahr werden Dienstleistungen und Güter im Wert von 56 Billionen (das sind 12 Nullen hinter der sechs) produziert, Devisenhändler bewegen dagegen unfassbare 810 Billionen Euro und die Derivatemärkte setzen etwa 560 Billionen USD jährlich um. Erst Mitte der 1980er Jahre geriet das Verhältnis zwischen Realwirtschaft und Finanzmarkt aus den Fugen, Geld ohne irgendwelche Deckung wurde aus dem Nichts erschaffen. Wollen wir wirklich eine Bankenunion, dann müssen wir zurück vor die Zeit der Kapitalmarkt-Deregulierung, als die Banken noch der Wirtschaft dienten. Vor 20 Jahren steckten rund 10% der gesamten Wertschöpfung der Wirtschaft in spekulativen Finanzprodukten (1,5 Billionen von 15 Billionen Euro). Heute hat sich die gesamte Wertschöpfung der Wirtschaft auf 50 Billionen Euro erhöht, die spekulative Finanzwirtschaft stieg dagegen auf unglaubliche 500 Billionen Euro (Stand: 2010). Während sich die Realwirtschaft also in etwa verdreifacht hat, stiegen die spekulativen Gelder um das Dreihundertfache. Das dies nicht mehr lange gut gehen kann das sollte sogar dem Dümmsten klar sein.

Wir können etwas an dieser prekären Situation ändern, wenn wir das wirklich wollen, dann macht eine Bankenunion und ein Vereinigtes Europa Sinn. Die Frage ist nur, ob wir das auch alle wollen. Sind wir dazu bereit, unserem unendlichen Wachstum, unserer unheimlichen Geldvermehrung abzuschwören und unsere Welt für Alle lebenswerter zu machen. 800 Jahre Geschichte zeigen etwas anderes, es ist nicht möglich den Finanzsystemen Daumenschrauben anzulegen. Und sind wir doch einmal ehrlich, die wahren Herrscher sind die globalen Finanzsysteme, Politiker hatten bisher leider nur Überbringerfunktion. Egal ob mit oder ohne Bankenunion, die Finanzindustrie wird sich ihre Regeln auch weiterhin selbst machen und sich nicht vorschreiben lassen welche Geschäfte sie zu tun oder zu lassen hat.

Donnerstag, 5. Juli 2012

NEIN zu Europa - solange es noch geht!

EFSF, ESM, Euro-Bonds, Euro-Bills, Target-Salden, Fiskal- und Bankenunion, diese Fachbegriffe sind Tagesgespräch in der deutschen Politik und verfolgen viele von uns sogar schon im Traum. Dass es dabei um Milliardensummen geht, für die auch wir – also das deutsche Volk – mit unserem Ersparten, unseren Häusern, Wohnungen und Grundstücken bürgen müssen, das ist vielen von uns nicht, oder besser gesagt noch nicht so ganz klar. Klar ist aber, dass wir mit keinem dieser Instrumente den Euro retten werden, dafür werden sie aber unseren über Jahrzehnte erarbeiteten Wohlstand so schnell vernichten, dass uns ganz schummrig wird vor Augen. Blicken wir mit offenen Augen hinter diese so nichtssagenden Fachbegriffe, die einzig und alleine für unsere Verwirrung geschaffen wurden, so werden wir ihre wahre Bedeutung erkennen. Letztlich geht es nur darum, den Bürgern der Eurozone eine politische Union unterzujubeln, deren einziger Zweck es sein wird, die wirtschaftsstarken Länder der Schuldenunion für die überschuldeten Länder haften zu lassen.

Um die politische Union, die uns ganz zweifellos in den Abgrund reißen wird, durchzusetzen, wird uns das Zerbrechen des Euro in schillernden Farben präsentiert, die uns die Nackenhaare zu Berge stehen lassen. Glaubt man den Vertretern aller großen Parteien, dann war die Lehmann-Krise im Vergleich zum drohenden Zusammenbruch des Euros ein Klacks. Zerbricht der Euro, verlieren wir fast alles was wir haben, das wollen uns Merkel, Schäuble und Co. glaubhaft machen, um auf diese Weise unsere Zustimmung zu einer politischen Union zu bekommen, die für uns in eine Katastrophe führen wird. Besonders dramatisch ist auch die Tatsache, dass sich fast alle Parteien ausnahmsweise einig sind, Deutschland und seine Bürger zu enteignen, zum Wohle eines Vereinigten Europas.

Ein legaler europäischer Staat mit weitreichenden Kompetenzen zu Steuer- und Haushaltspolitik, wie ihn die Fiskal- und Bankenunion fordert, würde unser Grundgesetz aushöhlen und erfordert weitreichende Änderungen, denen wir Bürger zustimmen müssen. Ich kann nur davor warnen, einer solchen Grundgesetzänderung zuzustimmen, denn unsere Grundrechte und unsere Demokratie wären ohne unser Grundgesetz keinen Pfifferling mehr wert. Ich will mir gar nicht vorstellen, wenn andere Staaten über das entscheiden, was in unserem Lande passieren soll. Glauben Barosso, Draghi und Co., dass wir uns Sozialleistungen wie beispielsweise Harz IV nicht mehr leisten können, so könnten sie es von heute auf morgen einstellen. Ganz besonders schlimm ist die Tatsache, dass bei einer europäischen Regierung mit umfangreichen Kompetenzen das Prinzip „ein Land – eine Stimme“ gelten soll. Mit diesem Szenario wären wir auf Gedeih und Verderb den Schuldenländern ausgeliefert, die sich nach und nach all’ unser Kapital aneignen würden.

Mit einer europäischen Regierung wir eine Homogenisierung der Mitgliedsländer angestrebt und was dies für die reicheren Länder wie Deutschland bedeutet, das dürfte Jedem mit nur einem Funken gesundem Menschenverstand klar sein. Besonders kurzsichtig denkt dabei die deutsche Wirtschaft, allen voran die großen DAX-Unternehmen, denen die deutsche Bevölkerung und der Binnenmarkt schon lange nicht mehr wichtig sind, nicken alle EU-Forderungen ab. Doch dabei haben sie wohl vergessen, dass die ganze Welt über ein unsichtbares Netz miteinander verbunden ist, stirbt der deutsche Binnenmarkt, dann dauert es auch in Asien und Amerika nicht mehr lange. Noch sehen die deutschen Unternehmen nur, dass sie mehr als 90 % ihrer Umsätze im Ausland generieren und dass sie sich möglichst noch mehr deutschen Arbeitskräften entledigen können. Doch das Ziel der unendlichen Gewinnmaximierung ist nicht nur unrealistisch sondern auch unednlich kurzsichtig. Doch diese Kurzsichtigkeit könnte schon bald zurückschlagen.

Letztlich wird es unter einer europäischen Führung zu einer Verschiebung des Wohlstandes vom Norden in den Süden und den Osten kommen. Die Schulden, für die wir bereits heute bürgen, sind gigantisch. Doch was passiert, wenn sie tatsächlich eingefordert werden, wenn unser Staat nicht nur bürgen sondern auch bezahlen muss. Dass Grundrechte ganz schnell eingeschränkt werden können, das hat die Geschichte immer wieder gezeigt. Was glauben Sie wohl was passiert wenn unser Staat Geld benötigt, das er für die Rettung der europäischen Banken aufbringen muss. Sie werden sich umschauen wie schnell es dann eine Besteuerung von Eigentum und Eigenheimen geben wird. Im schlimmsten Falle werden Sie ihr Haus sogar verschenken nur um den horenten Steuern des Staates zu entkommen.

Eines dürfen wir aber nicht vergessen, es geht bei der Rettung von Europa weder um die Währung noch um die Menschen, das herumhacken auf den „faulen“ Griechen ist nichts als blanker Populismus. Die Mehrheit der Griechen ist nicht faul, sie gehen weder früher in Rente noch verdienen sie mehr Geld als wir Deutschen. Was für die Griechen gilt, das gilt auch für die Spanier, die Italiener und die Portugiesen. Nicht die Bürger sind an den horenten Staatsschulden und der Flucht unter den Rettungsschirm schuld, es sind wie im übrigen in allen Ländern die Superreichen, die mit ihrer Kapitalflucht Staat und Banken immer weiter in den Ruin treiben. Wen wir mit immer größeren Summen retten müssen, das ist das Geld der Superreichen, die sich in einer schon fast asozialen Art und Weise bereichert haben und sich dabei gehörig verspekuliert haben.

Doch wer sagt eigentlich, dass irgendein Land in Europa für die Rettung einer verschuldeten Bank aufkommen muss. Es gibt kein derartiges Gesetzt weder im eigenen Land und schon gar nicht in einem anderen Land. Wir dürfen dies nicht als gegeben hinnehmen, wir müssen aufstehen und unseren Willen kundtun, nein sagen zur Fiskal- und Bankenunion. Noch haben wir eine Galgenfrist, noch können wir NEIN sagen zur Transferunion. Wir stehen doch auch nicht für ein mittelständisches Unternehmen ein, das in Konkurs gehen muss, warum also sollten wir dies für die Banken tun. Wer unkalkulierbare Risiken eingeht, und diese sind nun einmal mit großen Renditen assoziiert, der muss auch dafür gerade stehen wenn die Sache schief geht. Nicht die Rettung muss gesetzlich fixiert werden sondern die persönliche Haftung der Bankmanager. Man muss sich dieses Vorgehen einmal bewusst machen, da werden Gewinne privatisiert während man Schulden sozialisiert. Ist es da verwunderlich, dass Banker ohne auch nur den winzigsten Gedanken zu verschwenden Risiken eingehen, die nun viele in den Ruin treiben werden.

Doch was müssen wir uns unter der Banken- und Fiskalunion eigentlich vorstellen, was erwartet uns wenn wir diesen Instrumenten tatsächlich zustimmen. Bei der Bankenunion geht es um eine weitreichende Umgestaltung des Finanzsystems, wobei vor allem größere Banken der Kontrolle der EU unterstellt werden sollen. Allerdings darf man davon ausgehen, dass die Auflagen für Banken, die das ungehemmte Zocken verhindern sollen, genauso wenig kommen werden wie die vollmundigen Versprechen nach der Lehmann Pleite auch nur ansatzweise realisiert wurden. Die Banken sollen Geld dann direkt bei der EZB, also ohne Einschaltung der jeweiligen Länder, beantragen können. Damit ist die Spekulation auf Kosten der Steuerzahler vorprogrammiert, die Frage lautet dann nur noch wann das Finanzsystem gegen die Wand fährt. Schon jetzt geht es hier um die schwindelerregende Summe von 9,2 Billionen Bankenschulden und für einen Großteil davon werden die reichen Nordländer der EU bluten müssen.

Ein noch größeres Problem könnte mit der Fiskalunion auf uns zukommen. Bei der Fiskalunion geht es im wesentlichen darum, dass die reichen Länder für die Staatschulden der armen Länder aufkommen müssen und mit den viel diskutierten Euro-Bonds wird dieses Szenario bereits schleichend vorbereitet. Für uns dürfte das richtig teuer werden, da der Anreiz zur Aufnahme von Krediten für die Schuldenländer durch Euro-Bonds signifikant zunimmt. Wir werden also für immer mehr Schulden gerade stehen müssen. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Zinsen, die für Euro-Bonds auf Grund des höheren Ausfallrisikos deutlich höher als für Bundesanleihen liegen dürften. Das Ende vom Lied Vereinigtes Europa lautet also kollektiver Staatsbankrott. Auch immer mehr renommierte Wissenschaftler warnen deshalb vor eine Kollektivierung von Schulden im Euroraum und raten dazu eine Verfassungsänderung unbedingt abzulehnen. Ich kann mich dieser Meinung nur anschließen – sagt nein zu Europa!